Legen Sie zuerst fest, wofür Sie den PC nutzen und wie viel Sie ausgeben möchten. Für Büroarbeit reicht häufig ein Rechner ohne separate Grafikkarte. Bei Spielen richtet sich die Wahl der Grafikkarte vor allem nach Auflösung, gewünschter Bildrate und Grafikdetails. Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder der Bildschirm pro Sekunde zeigt.
Planen Sie Ihr Budget für alle Teile. Ein teurer Prozessor, eine schnelle SSD oder ein Netzteil mit besonders hoher Wattzahl bringen wenig, wenn die übrigen Teile nicht dazu passen. Wichtig sind die Leistung für Ihren Zweck und die Kompatibilität der Teile.
PC nach dem Einsatzzweck planen
Notieren Sie vor dem Einkauf, welche Programme und Spiele Sie nutzen, welche Auflösung Ihr Bildschirm hat und welche Bildrate Sie anstreben. Für einfache Büroarbeit, Internet und Videowiedergabe reicht oft ein Prozessor mit integrierter Grafik. Anspruchsvolle 3D-Spiele benötigen dagegen eine separate Grafikkarte. Videoschnitt oder 3D-Rendering stellen wiederum andere Anforderungen an Prozessor und Arbeitsspeicher als typische Büroprogramme.
Bei einem Gaming-PC sollten Sie Tests zu den Spielen ansehen, die Sie tatsächlich spielen. Achten Sie darauf, dass die Tests zur Bildschirmauflösung passen. Eine Grafikkarte, die in Full HD hohe Bildraten erreicht, liefert nicht automatisch dieselbe Leistung in WQHD oder Ultra HD. Auch die Grafikdetails beeinflussen die Auslastung.
Prozessor passend wählen
Die Zahl der Prozessorkerne allein sagt wenig über die Leistung in Ihren Programmen aus. Spiele und Office-Programme nutzen den Prozessor auf unterschiedliche Weise. Auch Aufgaben wie Rendering, bei denen viele Berechnungen gleichzeitig laufen, stellen andere Anforderungen. Vergleichen Sie deshalb Testergebnisse für die Programme, die Sie nutzen, und beziehen Sie die geplante Grafikkarte mit ein.
Bei Spielen kann eine zu schwache Grafikkarte die Leistung begrenzen, selbst wenn der Prozessor sehr schnell ist. Umgekehrt kann der Prozessor zum Engpass werden, wenn ein Spiel besonders viele Berechnungen benötigt oder Sie sehr hohe Bildraten anstreben. Ein ComputerBase-Test verglich 21 Kombinationen aus Prozessoren und Grafikkarten in drei Auflösungen. Die Ergebnisse hingen stark vom Spiel, der Auflösung und den jeweils kombinierten Teilen ab. Die Messwerte aus dem Jahr 2023 vergleichen keine aktuellen Modelle. Sie zeigen aber weiterhin, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Prozessor und Mainboard zusammenpassen. Sie müssen denselben Sockel unterstützen; außerdem muss das Mainboard die jeweilige Prozessorgeneration erkennen. Bei älteren Lagerbeständen kann ein BIOS-Update nötig sein. Das BIOS ist die Grundsoftware des Mainboards. Sie steuert den Start des PCs und erkennt die Hardware. Prüfen Sie auch, ob der Prozessor eine integrierte Grafik besitzt, falls Sie ohne separate Grafikkarte starten möchten.
RAM: erst die Kapazität
Beim Arbeitsspeicher kommt es zuerst auf die benötigte Kapazität und den Speichertyp an. DDR4 und DDR5 sind nicht austauschbar; Mainboard und Prozessor bestimmen, welcher Typ passt. Ein Kit aus zwei zusammengehörigen Modulen ist für einen Gaming-PC oft eine gute Wahl. Stecken Sie die Module in die im Mainboard-Handbuch empfohlenen Steckplätze.
Mehr Speichertakt bringt nicht automatisch einen spürbaren Vorteil. Prozessor und Mainboard müssen die Geschwindigkeit unterstützen. Außerdem muss die BIOS-Einstellung für den Speichertakt mit diesen Teilen stabil laufen. Prüfen Sie deshalb die Kompatibilitätsliste des Mainboard-Herstellers, besonders wenn Sie ein schnelles Kit kaufen. Die Namen dieser Speichereinstellungen unterscheiden sich je nach Plattform.
Eine aktuelle ComputerBase-Konfiguration für Gaming-PCs führt ein 32-GB-DDR5-Kit auf. Das ist eine Orientierung für diese Konfiguration, keine zeitlose Mindestanforderung für jeden Rechner. Ein älterer Test von 2021 zeigte außerdem, dass wenig RAM in einzelnen Spielen die niedrigen Bildraten verschlechtern kann, obwohl sich die Durchschnittswerte weniger stark unterscheiden. Seine Messwerte stammen aus damaligen Spielen und sind keine Prognose für heutige Titel. Bei Videoschnitt oder anderen speicherintensiven Aufgaben sollten Sie den Bedarf der konkreten Programme prüfen.
SSD: genug Platz statt Rekordtempo
Ein Solid-State-Laufwerk (SSD) für Betriebssystem und Programme sorgt für kurze Ladezeiten und flüssiges Arbeiten. Wie viel Speicherplatz Sie brauchen, hängt davon ab, wie viele Spiele, Videos und andere Dateien Sie auf dem PC speichern. Wenn große Archive oder Medienbestände günstig Platz brauchen, kann eine zusätzliche Festplatte mit Magnetscheiben sinnvoll sein.
Für viele Alltags- und Gaming-PCs lohnt sich der Aufpreis für die schnellste SSD nicht. SSDs mit einer neueren PCIe-Generation erreichen bei der Übertragung großer, zusammenhängender Datenmengen höhere Spitzenwerte. Die ComputerBase-SSD-Kaufberatung vom November 2025 zeigte jedoch: Im Alltag war der Abstand zwischen dem schnellsten getesteten Modell einer neueren und einer älteren PCIe-Generation deutlich kleiner, als die beworbenen Höchstwerte vermuten ließen. In Anwendungen und Spielen fiel der Vorteil meist gering aus. Bei großen Dateiübertragungen oder besonderen Arbeitsabläufen macht sich die höhere Datenübertragungsrate stärker bemerkbar.
Beachten Sie die Anforderungen einzelner Spiele und Programme. Ein Test von Tom’s Hardware mit elf Spielen fand je nach Titel unterschiedliche Ergebnisse. Doom: The Dark Ages setzt NVMe-Speicher voraus, also Speicher auf einer SSD mit NVMe-Anbindung. Eine pauschale Regel, dass jede ältere SSD für jedes Spiel ausreicht, wäre deshalb zu weit gefasst.
Grafikkarte nach Auflösung und Bildrate wählen
Bei einem Gaming-PC sollte die Grafikkarte zu den gewünschten Spielen passen. Stimmen Sie die Wahl außerdem auf Auflösung und Bildrate ab. Suchen Sie nach aktuellen Tests in genau der Auflösung, die Sie nutzen, und prüfen Sie auch die Leistung bei den gewünschten Grafikdetails. Es gibt keine feste Regel dafür, wie Sie das Budget zwischen Prozessor und Grafikkarte aufteilen: Manche Spiele beanspruchen den Prozessor stärker, andere vor allem die Grafikkarte.
Wenn Sie hauptsächlich im Internet surfen, Texte bearbeiten und Videos ansehen, prüfen Sie zuerst, ob die integrierte Grafik des Prozessors genügt. Eine separate Grafikkarte kostet zusätzlich Geld und benötigt mehr Platz sowie Strom. Für Spiele oder andere 3D-Aufgaben kann sie dagegen den entscheidenden Leistungszuwachs liefern. Prüfen Sie beim konkreten Modell auch die Speicheranschlüsse, die Abmessungen und die Angaben des Kartenherstellers.
Mainboard und Netzteil abgleichen
Das Mainboard muss nicht nur zum Prozessor passen. Prüfen Sie auch den unterstützten RAM-Typ, die Zahl der benötigten Anschlüsse und die Größe des Boards. Das Gehäuse muss dieses Format aufnehmen können. Vergleichen Sie außerdem die Länge der Grafikkarte mit dem verfügbaren Platz im Gehäuse.
Wählen Sie das Netzteil erst, wenn Prozessor und Grafikkarte feststehen. Hersteller nennen für Grafikkarten Leistungs- und Anschlussanforderungen; berücksichtigen Sie dabei das genaue Kartenmodell, da Partnerkarten abweichen können. Das Netzteil braucht die passenden Anschlüsse für Grafikkarte und Prozessor sowie eine angemessene Leistungsreserve. Eine möglichst hohe Wattzahl ist kein Qualitätsmerkmal.
Das Effizienzlabel 80 PLUS zeigt, wie viel der aufgenommenen Energie ein Netzteil als nutzbare Leistung abgibt. Das Label sagt nichts darüber aus, wie stabil die Spannung ist oder welche Schutzfunktionen das Netzteil hat. Auch Lautstärke und Lebensdauer bewertet es nicht. Achten Sie bei der Auswahl auch auf diese Eigenschaften und lesen Sie unabhängige Tests zum konkreten Modell.
Aufrüstungen mit wenig Nutzen
Ein Spitzenprozessor bringt wenig, wenn Ihre Spiele vor allem die Grafikkarte auslasten. Zusätzliche Prozessorkerne zahlen sich vor allem aus, wenn die genutzten Programme sie verwenden. Prüfen Sie daher Tests für Ihre konkrete Software, bevor Sie für ein teureres Modell mehr ausgeben.
Auch maximaler RAM-Takt und eine SSD mit besonders hohem Durchsatz sind keine Pflicht. Oft ist es sinnvoller, ausreichenden Arbeitsspeicher und mehr SSD-Platz einzuplanen. Ein besonders teures Mainboard, eine aufwendige Kühlung oder Beleuchtung lohnt sich vor allem dann, wenn Sie die zusätzlichen Anschlüsse, die leisere Kühlung oder das gewünschte Aussehen tatsächlich brauchen.
Vor dem Kauf Kompatibilität prüfen
Prüfen Sie vor der Bestellung die Angaben der Hersteller. Passen Prozessor und Mainboard zusammen? Unterstützt das Mainboard den gewählten Arbeitsspeicher? Passen Grafikkarte, Kühler und Netzteil ins Gehäuse? Kontrollieren Sie auch, ob genügend passende Anschlüsse vorhanden sind. Schon ein falscher Sockel, ein zu kurzes Stromkabel oder eine zu lange Grafikkarte kann dazu führen, dass sich die Teile nicht zusammenbauen lassen.
Wenn Sie unsicher sind, erstellen Sie zuerst eine vollständige Teileliste. Gleichen Sie die Liste mit den technischen Daten der Hersteller ab. Da sich Preise und konkrete Modelle schnell ändern, prüfen Sie für die aufgeführten Teile aktuelle Tests und deren Verfügbarkeit, bevor Sie sich entscheiden.




